Gestaltquelle

Weg vom KreaTIEF: Übung für mehr (gestalterisches) Selbstvertrauen

März 5, 2009 · Hinterlasse einen Kommentar

Viele Designer und Künstler kennen es: Das kreative Tief – ich nenne es das KreaTIEF, denn wenn es einen Namen hat, kann man es benennen und es wirkt nicht mehr so dominant. Das KreaTIEF ist die beängstigende schwarze Leere, die Dir von der weißen Seite entgegengafft und die diebische Freude deiner inneren Stimme, die voller Inbrunst brüllt: „Siiiiiehste! Hab ich Dir doch gleich gesagt! Du kannst GAR nichts, Du bist NIEMAND… blahblahblah (den Rest kannst Du ja denken…)“.
Solltest Du zu den Glücklichen gehören, denen das nie so geht: Herzlichen Glückwunsch! Vielleicht hilft Dir diese kleine Übung dann das aufrecht zu erhalten, was Dich so wunderbar macht :)

Die anderen drucken sich jetzt erst mal diesen Artikel aus, machen sich einen Tee und gehen vom Computer weg. Letzteres ist das Allerwichtigste, denn so schön der Mac ja auch immer sein mag, er zapft Dir trotzdem den letzten Rest Vertrauen ab, das Du vielleicht noch in Dir hast. Vertrau mir, ich kenn das!

Für Planer

Die gesamte Übung dauert etwa eine halbe Stunde.

Der Übung erster Teil

Bitte wirf jetzt den Drucker an, geh in die Küche, setz Wasser auf und atme mal so richtig tief durch. Wenn Du Dir dabei weibisch oder dämlich vorkommst, atme noch tiefer und lass es einfach blöd sein, es hilft Dir nämlich.

HAVE A TEA

Beispiel: Ich mag Chai-Tee. Sweet Chai z.B. hat einen starken pfeffrigen Geschmack, der hilft die innere Stimme leiser zu stellen.

Der Übung zweiter Teil

Suche aus den vielen Design- bzw. Kunstzeitschriften, -büchern oder Deinen gesammelten Werken das Bild eines Menschen (oder Dings) aus, der Dich wirklich inspiriert. Das kannst Du selbst sein, Erik Spiekermann, Vivienne Westwood oder Bowie, vielleicht auch bloß das Bild eines Baumes, Flugzeuges, Fahrrades… was auch immer – es soll Dir Freude machen.
Versuche dabei ganz bewußt auf den Computer zu verzichten, denn der wird dich übers Internet wieder in Sphären treiben, die Du im Moment nicht gebrauchen kannst.

Beispiel: Ich habe mir z.B. mal Vivienne Westwood ausgesucht. Ich mag Vivienne Westwood  weil sie seit Jahren das tut, was ihr Spaß macht und eigentlich doch schon viel zu alt dafür ist.


Der Übung ditter Teil

Nimm ein paar Stifte und einen Bogen Papier und klebe das Konterfei von Person Inspiriert Mich darauf. Jetzt überleg Dir, was Du gerne von demjenigen über Dich hören möchtest… eine positive Affirmation wenn Du so willst, ein Kompliment, einen blöden Spruch… ganz egal!

age doesn’t matter!

Beispiel: Nehmen wir mal an, Emily Erdbeer sei Vivienne Westwood und ich brauche Trost, weil ich mich zu alt für manche Dinge fühle, die ich tue, dann könnte das Ergebnis etwa so aussehen :)

Der Übung letzter Teil

Häng Dir dieses Bild dorthin, wo Du es immer anschauen kannst, wenn Du es brauchst! Ich hänge meine Bilder immer über meinen Zeichentisch- und Schneidetisch, so kann ich sie immer sehen, wenn ich sie brauche.

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Weitere Einsatzbeispiele könnten z.B.

  • die Skyline einer Stadt sein, die Du besuchen möchtest und zu der Du schreibst… ich komme im August o.ä.
  • ein Bild von Bob Ross sein, der Dir zuruft: Los, mal endlich was! Ich weiß, dass Du es kannst
  • eine Wiese sein, über der Umsonstwellness steht undundund…

Sowas macht Hoffnung und regt den Geist an. Viel Spaß!

Kategorien: Kreativitätstechniken
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